Typische Stolperfallen in einem Automatisierungsprojekt

“Automation for dummies” Serie: Teil 3

Juni 23, 2021 4:11 pm | Veröffentlicht von

Läuft alles manuell oder automatisieren Sie schon?

Wenn in und mit der IT alles wie von selbst läuft, haben Sie Ihr Ziel erreicht. Perfekt, denn mit Automatisierung lassen sich viele (IT-)Prozesse effizienter gestalten. Falls nicht, lesen Sie im 3. Teil unserer Serie “Automation for dummies”, wo die Grenzen der Automatisierung liegen bzw. die typischen Stolperfallen in einem Automatisierungsprojekt zu finden sind.

 

Es ist noch kein Automatisierungsmeister vom Himmel gefallen

Oftmals prescht man in die Richtung alles automatisieren zu wollen, weil das gerade im „Trend“ ist bzw. propagiert wird, wie wichtig und einfach ein Automatisierungsvorhaben ist.

Die Realität zeigt aber, dass man sich mit einem Projektteam oder einem Gremium vorab generell ein Bild über die Möglichkeiten im Betrieb / der Abteilung machen muss.  Es muss evaluiert werden, was in den Abteilungen repetitiv gemacht wird. Erst wenn man ein ehrliches und klares Bild über die Tätigkeiten hat, kann man sich überlegen, was man tatsächlich standardisieren und automatisieren kann.

Das kleinste gemeinsame Vielfache wird nicht gesehen, sondern auf viel zu große Brocken geschaut. Ein paar Beispiele für das kleinste gemeinsame Vielfache:

  • es beginnt bei standardisierten Betriebssystem Images, diese können im Falle ein Störung leichter auf Probleme untersucht werden und bedeuten für den Techniker weniger Aufwand beim Lösen der Störung .
  • automatisiertes Erfassen von neuen Systemen im Monitoring.
  • Das zentrale Managen von Policies oder Systemkonfigurationen kann erhebliche Erleichterung bringen.

 

Rettung aus der Automatisierungs-Sackgasse

Wenn man in der „Automatisierungshölle“ gelandet ist und nicht mehr weiter kommt, gilt es ehrlich zu sich selbst zu sein. Das Projekt muss retrospektiv aufgearbeitet werden, die Punkte/Themen, die gut liefen, separieren und nur diese Punkte ausarbeiten.

So wird der Scope verändert, man kann sich konsolidieren und vor allem zu Fehlern stehen. Ein gescheitertes Projekt ist ein Projekt, in dem man viele Erfahrungen gesammelt hat und von denen weggearbeitet werden kann.

Noch einfacher geht es mit professioneller Unterstützung.

 

Unterstützung im Automatisierungsprojekt

IT Dienstleister sind ab Projektbeginn helfend bei der Definition des Scopes dabei und können hier ihren Kunden bremsen, wenn die Wünsche überhand nehmen und man sich nicht auf das/die Kernproblem/e fokussiert.

Von der Beratung bis hin zur kompletten Implementierung reicht hier die Tätigkeitsspanne im Automatisierungsprojekt.

 

Aus Projektsicht

Die Ziele und Nichtziele müssen von vornherein klar sein, ein typisches Nichtziel ist die Automatisierung der Automatisierung. Damit ist gemeint, dass sich Automatisiertes selbst wartet.

Ebenfalls sind One-Click-Deplyoment Initiativen, wo mit quasi einem Klick ein Environment entsteht,  mehr Marketingversprechen als real umsetzbar und dann meist nur unter laborähnlichen Bedingungen.

Ein Ziel der Automatisierung sollte immer sein, den menschlichen Fehler-Faktor zu minimieren.

Das Projekt muss definitiv von der Management-Ebene mitgetragen und sogar initiiert werden. Neben einem Budgetrahmen heißt dies auch die zur Verfügungstellung von ausreichend Zeit für die jeweiligen Personen. Automatisierung bedeutet ein hoher Invest am Anfang mit einem Return nach einer gewissen Zeit. Aber der ROI sollte nicht der einzige Anreiz sein. Die Entlastung der Mitarbeiter und Vereinfachung deren Arbeitsschritte sind wichtige qualitative Effekte, die erzielt werden können.

 

Kosten der Umstellung

Gibt es kein Budget, gibt es auch kein Projekt. Automatisierung ist leider wie so viele andere Optimierungen natürlich nicht kostenlos, somit ist es schwierig, eine professionelle Automatisierung ohne Budget umzusetzen. Und dem magischen Dreieck (time, scope, budget) folgend heißt es in Automatisierungsprojekten auch, je aufwändiger und schneller das Projekt erfolgen soll, umso höher die Kosten. Umso wichtiger ist eine saubere Projektabgrenzung und ein darauf aufbauendes Projektbudget.

 

Das ITSDONE Fazit

Abschließend kann ich nur nochmals erwähnen, dass Standardisierung und Automatisierung unumgänglich sind. IT Landschaften werden komplexer statt einfacher, darum muss man so bald wie möglich beginnen, kleine Ziele zu setzen und diese mit Hochdruck verfolgen. Dafür bedarf es vor allem motivierte Mitarbeiter, genügend Zeit für die Erreichung der Ziele und ein großes Commitment der Management-Ebene, damit die jeweiligen Vorhaben wirklich umgesetzt werden. Zu guter Letzt ist eine ehrliche Fehlerkultur unumgänglich – denn Automatisierungsprojekte benötigen einiges an Trial and Error.

Wenn wir Sie bei Ihrem Automatisierungsvorhaben unterstützen dürfen, freuen wir uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

 

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This post was written by Gino Podaras

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