ANDERE LÄNDER, ANDERE OSTER-SITTEN

 

Eierrollen mit dem mächtigsten Mann der Welt

Ostern feiern im Land der unbegrenzten Möglichkeiten: Seit mehr als hundert Jahren wird der Garten des Weißen Hauses am Ostermontag zur Spielwiese. Um Punkt zehn tritt der amerikanische Präsident zu einer Partie “Eierrollen“ an. Dabei rollen die Mitspieler jeweils ein hart gekochtes Ei einen kleinen Hang hinunter. Wer am weitesten kommt, gewinnt. Zur Belohnung bekommt jeder ein vom “mächtigsten Mann der Welt“ und seiner First Lady handsigniertes Holzei.

Riechende Wässerchen

Ein Fläschen mit einem mehr oder weniger gut riechenden Wässerchen – das braucht der Mann oder der Bursche in Ungarn und in der Slowakei am Ostermontag. Derart “bewaffnet” geht man auf die Mädchen los. Jedes wird gnadenlos übergossen. In die Fläschchen gibt übrigens jeder was er grad hat, Kölnisch Wasser, Parfum, man hörte aber auch schon von Himbeersaft, der besonders toll in den Haaren klebt… Kein Wunder, dass am Abend in vielen Familien eine Kopfwäsche angesagt ist.

Kein Brot in Böhmen

Während man in der Bretagne zu Ostern Veilchen sät, um die Blumen der Göttin Persephone zu widmen, wird aus Böhmen ein ungewöhnlicher Osterbrauch überliefert. Dort durfte am Karfreitag kein Brot gebacken werden. Der Grund: Man hatte Angst vor Hexen.

Rollende Räder

In den Alpen rollt man riesige, mit Heu gefüllte Räder einen Abhang hinunter. Der Überlieferung nach gibt der Lauf der Räder Auskunft über die nächste Ernte.

Hiebe mit der Route in Finnland

In Finnland herrschen an Ostern raue Sitten: Am Palmsonntag gibt’s erst mal Hiebe mit der Birkenrute für die besten Freunde. Aber keine Angst – die Schläge sollen Glück bringen. Und am Ostersonntag wird’s laut: Dann nämlich ziehen die finnischen Kinder lärmend durch die Straßen, um das Ende der “stillen“ Zeit lautstark zu feiern.

Schwedisches Osterwasser

In Schweden ist das Wasser zu Ostern Frauensache. Der Brauch hat etwas mit Verliebtsein zu tun. In manchen Gegenden Schwedens gehen Frauen, die ihren Liebsten erobern möchten, nachts heimlich an eine Quelle oder einen Fluss, um das Osterwasser zu holen. Wenn sie das schweigend vollbracht haben und es ihnen auch noch gelingt, den schlafenden Geliebten unbemerkt damit zu besprengen, steht einer gemeinsamen Zukunft nichts mehr im Wege.

Wie Kinder wachsen sollen

Aber auch außerhalb Europas haben sich die ungewöhnlichsten Osterbräuche etabliert. Auf den Philippinen etwa halten Eltern ihre Kinder an den Beinen und heben sie hoch. Das, so glauben sie, lässt die Kinder wachsen.

Fiesta Mexicana

Von Gründonnerstag bis Ostersonntag wird Mexiko alljährlich zur Partyzone: Während der legendären “fiesta mexicana“ sind die Tage angefüllt mit Prozessionen, Umzügen, Tänzen und jeder Menge Musik. Highlight: die “Semana Santa“, die heilige Woche zwischen Palm- und Ostersonntag. Berühmt-berüchtigt sind insbesondere die Passionsdarstellungen, bei denen – trotz offiziellen Verbots – die Geißelung und Kreuzigung Christi von religiösen Fanatikern oft noch real dargestellt wird. Autsch!

Kein Osterhase in Australien

Einen schwierigen Stand hat der Osterhase in Australien. Seinen schlechten Ruf hat er einem nahen Verwandten, dem Kaninchen, zu verdanken. Denn schon bald nach ihrer Ansiedlung durch den Menschen wurden die Kaninchen zur wahren Plage in Down under. Und das muss der Osterhase bis heute ausbaden.

Quellen: orf.at, for-me-online.at

05 Apr
ANDERE LÄNDER, ANDERE OSTER-SITTEN