ITSDONE Talk #10: Dr. Dorothee Ritz

ITSDONE Talk #10: Dr. Dorothee Ritz, General Managerin, Microsoft Österreich

June 30, 2020 5:47 pm | Published by

ITSDONE Talk ist ein virtueller Roundtable mit Managern und anderen Opinion Leadern in Österreich über Wirtschaft, Modern Workplace und Konnektivität nach dem realwirtschaftlichen shut-down.

Die Wirtschaft dreht sich weiter, Österreich startet aus dem Sleep Modus zurück in einen neuen Arbeitsalltag. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln halten wir fest, wie modernes Arbeiten hierzulande funktioniert.
Heute antwortet Dr. Dorothee Ritz, General Managerin, Microsoft Österreich. 

 

“Die COVID-19 Einschränkungen haben uns einen enormen digitalen Fortschritt gebracht!” 

 

Wie schaffen Sie und Ihr Unternehmen den Wiedereinstieg nach dem Shut down? Wie verändert sich gerade für Sie die Arbeitsqualität? Was wird sich (erst) mittelfristig entwickeln?

Microsoft ist ein Unternehmen, das auch vor der Corona-Krise „work from home“ stark gelebt hat. Der Wiedereinstieg erfolgt daher sehr unkompliziert, weil wir den Mitarbeiter/innen freistellen, ob diese hier im Office oder eben zuhause arbeiten, technisch sind wir dafür bestens gerüstet.

Daher ist es leicht für uns, sogar noch einen Schritt weiter zu gehen. Wir empfehlen den Mitarbeiter/innen, weiterhin möglichst von zu Hause aus zu arbeiten und nur 2-3 mal pro Woche ins Office zu kommen. Die präferierte Arbeitsweise ist derzeit bei uns ganz klar “hybrid working”. Es sind ca. 25 Prozent der Mitarbeiter/innen wieder regelmäßig vor Ort.

Bei Microsoft geht es um das Ergebnis und die positive Mitarbeit. Klar, wenn die Kontaktqualität im Umgang mit Kunden und Partnern im Vordergrund steht, sind persönliche Treffen nötig. Die Wahlmöglichkeit ist uns als hybrid workplace wichtig, diese verschafft den Mitarbeiter/innen sehr viel Freiheit. Die Akzeptanz der Arbeitsweise ist bei uns zu 100% gegeben.

 

Wie bringen Sie die Mitarbeiter wieder aus dem Home Office zurück?

Das machen wir wie erwähnt sehr zielgerichtet. Teilweise laden wir zu Kundenmeetings ins Büro ein, zum Beispiel für Technologiepräsentationen. In, mitunter auch teamübergreifenden, Workshops ist die Energie und die Kreativität natürlich eine andere, daher nutzen wir diese auch aktiv. Ich sehe unser Büro auch als unersetzbaren Social Hub. Die Mischung macht’s aus, in Zukunft werden wir nur noch selektiver sein, wofür wir als großes Team das Office genau nutzen.

 

Mit der breiten Produktpalette von Microsoft sind Sie klar Enabler von Remote Work in dieser Krise. Die Akzeptanz hierfür ist deutlich gestiegen, verraten Sie uns, welches Produkt von Microsoft am stärksten in dieser Zeit nachgefragt wurde?

Im Sinne der corporate responsibility, gibt es eine Empfehlungen für Ihre User, wie sie die Grenze zwischen online und offline zuhause dennoch gut managen können?

Die Einschränkungen durch COVID-19 haben uns einen digitalen Fortschritt beschert, für den wir sonst vermutlich zwei Jahre gebraucht hätten.

Die starke Nachfrage nach MS Teams kam nicht unerwartet. Zahlreiche Schulen, Lehrende, Universitäten sowie Kunden und Partner hatten plötzlich Bedarf an unserer Plattform für kollaboratives Arbeiten. Innerhalb von wenigen Tagen haben wir MS Teams nicht nur ausgerollt, sondern auch zahlreiche Schulungen umgesetzt.

Unsere Empfehlung für die achtsame Nutzung der digitalen Medien lautet: „Regeln sind wichtig!“ Auch im Home Office muss man dem Tag eine Struktur geben, Pausen aktiv einplanen, insbesondere zwischen den Videokonferenzen. Die Produktivität ist ohnehin sehr hoch, das Emotionale kommt jedoch manchmal zu kurz.

Das ist nicht gänzlich neu, die Anwendung ist aber wichtiger denn je. Man muss sich auch um seine Kollegen und Mitarbeiter kümmern. Mehr zu arbeiten als sonst ist extrem verlockend, um Überforderung zu vermeiden ist es relevant, aktiv auf seine Gesundheit zu achten. Daher ist die Frage „Wie geht es Dir?“ im Gespräch berechtigter als zuvor.

 

Für Microsoft war die Krise eine Chance?! Als Branchenexpertin, was ist Ihrer Meinung the next big thing im Bereich collaborative working? Was braucht es dazu?

Da, wo wir früher 200-300 Leute bei Events versammelt haben, veranstalten wir jetzt digitale oder hybride Events, deren Teilnehmerzahl nach oben kein Limit hat.

Die Zukunft bringt uns aus meiner Sicht weniger physische Treffen, die Manager von morgen werden nicht mehr so viel um die Welt fliegen. Wir können heute schon externe Leute leicht mit einbeziehen, wir veranstalten hybride Events, können hybrid Lernen, internationale Meetings umsetzen, etc. Etwas per Videokonferenz abzuwickeln wird heute nicht mehr als Abwertung verstanden.

Zunächst brauchen wir dafür noch eine technische Aufrüstung, wenn wir an Infrastruktur, Audio- und Videoequipment denken. Dann müssen wir Design Thinking breit zulassen, sodass wir alte Formate auf neue übersetzen können. Letztlich muss die Akzeptanz und das Vertrauen der Firmenchefs in die dann dezentralisierte Entscheidungsfindung gestärkt werden. Wenn plötzlich nicht mehr alle an einem Tisch sitzen, fallen die Entscheidungen viel schneller und dezentraler. Da ist lokales Empowerment gefragt.

 

Ganz kurz: Welches technische Gimmick ist für Sie derzeit unverzichtbar?

Wir nutzen bei Microsoft eine “Book your seat PowerApp“, damit kann jeder im Büro die limitierten Arbeitsplätze reservieren. Die brauche ich derzeit am meisten, damit ich nicht umsonst ins Büro fahre.

 

 

Fotocredit: Microsoft Österreich

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This post was written by Jacqueline Windisch