S/4 HANA: Q&A mit SAP Solution Architect: die Projektumsetzung

S/4HANA: Q&A mit SAP Solution Architect: die Projektumsetzung

March 26, 2020 9:43 am | Published by

Teil 2: Manuel Lederle im Gespräch zur Projektumsetzung Migration auf S/4HANA

Gemeinsam mit dem SAP Solution Architect und SAP Agile Teamcoach Manuel Lederle blicken wir hinter die Kulissen für den Umstieg auf S/4HANA auf Produkt- und Projektebene aus seiner Sicht als SAP-Experten. Als solcher ist er bereits seit einigen Jahren für ITSDONE tätig und hat zahlreiche Projekte namhafter Kunden umgesetzt.

Teil 1 zum Produkt S/4HANA erschien am 27.2.2020, heute fokussieren wir auf die Tipps zur Abwicklung konkreter Projekte.

 

ITSDONE: Laut SAP-Statistik entscheiden sich die meisten Unternehmen für den Brownfield-Ansatz, sprich für eine Konvertierung des ERP-Systems auf S/4HANA. Warum?

Manuel Lederle: Das ist richtig, allerdings hat jeder Ansatz seine Vor- und Nachteile. Ein wesentlicher Vorteil des Brownfield-Ansatzes ist, dass die bestehenden Prozesse und auch Daten vom ERP-System in das neue S/4HANA System übernommen werden. Es findet kein Business Process Redesign statt und dies wirkt sich klarerweise positiv auf die Laufzeit eines Projekts aus.
Es kann bei Unternehmen auch vorkommen, dass die Prozesse und Strukturen im ERP-System schon dermaßen unübersichtlich sind und sich nach einer Analyse herausstellt, dass es das Beste wäre, ein vollkommen neues System mit neuen Prozessen zu erstellen. Für diese Kunden ist der Greenfield-Ansatz die richtige Wahl.

ITSDONE: Wie kann man sich nun so einen Produktwechsel von SAP ERP auf SAP S/4HANA vorstellen?

Manuel Lederle: Bei bisher bekannten SAP-Upgrades (z.B. SAP ERP EHP4 auf EHP5) wird eine rein technische Umstellung durchgeführt und es werden lediglich die einzelnen SAP Komponenten auf die neuesten Versionen gepatcht.
Beim Wechsel von SAP ERP auf das neue Produkt SAP S/4HANA sieht dies anders aus. S/4HANA beruht zwar auf dem ERP-Datenmodell, jedoch wurde dies maßgeblich modifiziert und radikal vereinfacht. Die technische Umstellung hat hier kein Alleinstellungsmerkmal mehr, sondern der applikatorische Part rückt mehr in den Fokus.

ITSDONE: Könntest du uns über konkrete Erfahrungen aus einem Umstellungsprojekt auf  S/4HANA berichten? 

Manuel Lederle: Von Oktober 2017 bis April 2018 habe ich bei einem unserer Kunden erstmals eine S/4HANA Konvertierung geleitet und auch technisch durchgeführt. Dies wurde auf einer 3-stufigen ERP Landschaft umgesetzt.
Der Kunde entschied sich für den Brownfield-Ansatz (Konvertierung), da er seine Prozesse und historischen Daten behalten wollte. Als ersten Step haben wir seitens ITSDONE-Team bei einem gemeinsam Projekt Kick-Off mit dem Kunden und einer externen Applikations-Beratungsfirma einen Projekt- und Zeitplan erarbeitet, danach wurden die einzelnen Arbeitspakete an die jeweiligen Projektmitglieder verteilt.

ITSDONE: Mit welcher Projektdurchlaufzeit für die Umstellung auf S/4HANA war das Team konfrontiert? Worin lag die besondere Komplexität? 

Manuel Lederle: Das waren damals circa sieben Monate. Im gesamten Projekt griffen die Arbeiten der Bereiche SAP Basis, SAP Applikation und auch die Fachbereiche stark ineinander und wechselten sich ständig ab. Es musste unter den Teams getaktet und eng zusammengearbeitet werden. Deshalb ist es auch so wichtig rechtzeitig mit der Planung zu beginnen.

ITSDONE: Gab es sonst noch Umstellungen bei diesem Kunden, neben der S/4HANA Umstellung?

Manuel Lederle: Wir haben im Zuge dieses Projekts auch noch den SAP Fiori Frontend-Server in den S/4HANA Systemen „embedded“ implementiert und die SAP Fiori Funktionen in den Systemen aktiviert. Der Kunde verwendet derzeit noch keine Fiori-Apps für sein daily-business, aber die proaktive Aktivierung von SAP Fiori ist für die zukünftigen Vorhaben des Kunden sicher kein Nachteil.

ITSDONE: Eine abschließende Frage noch: Was würdest du Kunden empfehlen, die am Anfang stehen und noch keine Roadmap erarbeitet haben bzw. nicht wissen, wie sie diese Umstellung meistern sollen?

Manuel Lederle: Bei Fragen stehen wir jedem Unternehmen zur Verfügung. Es gibt kostenlose Pre-Checks, die man bereits im aktuellen SAP System des Kunden jederzeit durchführen kann. Man erhält schnell einen Überblick, was sich im System mit S/4HANA ändern wird bzw. in welchem Bereichen gewisse Vorarbeiten zu tätigen sind. Die Details dazu würden allerdings den Rahmen dieses Interviews sprengen.

Exklusive Erst-Workshops liefern hier unternehmensspezifische Antworten. Hier können wir die oben genannten Details liefern und auch eine S/4HANA Demo präsentieren, um einen ersten Eindruck zu bekommen, was sich mit dem neuen Produkt alles verändert und wie es aufgebaut ist.

Diese Workshops können direkt bei mir angefordert werden.

 

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This post was written by Jacqueline Windisch