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Wagen Sie den Sprung: Kostenvergleich Cloud vs. On-Premise

October 17, 2019 10:30 am | Published by

Eine Frage, die sich viele IT- und Business-Entscheider stellen: Sollen IT-Applikationen aus der Cloud kommen oder kauft man besser alles für eine selbstbetriebene On-Premise-Lösung? Nachdem die beiden Alternativen oft unfair miteinander verglichen werden, werfen wir einen Blick auf drei wesentliche Faktoren, die für eine seriöse Gegenüberstellung beachtet werden sollten.

 

1. Die Bereitstellung der Infrastruktur

Beim Betrieb On-Premise muss man auf jeden Fall mit einmaligen Investitionen für Hard- und Software rechnen. Dabei ist auch zu beachten, dass Softwareanbieter klare Vorgaben für die Basisinfrastruktur haben, um einen reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Für Unternehmer bedeutet das: Anschaffung (und Betrieb) von Servern, Datenbanken, Backup-Lösungen, Notstromversorgung, diverse Netzwerkkomponenten und laufende Software-Lizenzkosten. Was man in diesem Zusammenhang nicht vergessen darf: Die angeschafften Komponenten müssen in ein paar Jahren erneuert werden, um weiterhin optimale Performance und Sicherheit zu liefern. Dann stehen erneut Investitionskosten ins Haus.

Fällt die Entscheidung auf eine Cloud-Lösung, so fallen jährliche Nutzungsgebühren an. Diese sind abhängig von den benötigten Applikationen, der Anzahl der Nutzer und den zur Verfügung gestellten Ressourcen. Allerdings entfallen einmalige Investitionskosten für Räumlichkeiten, Hardware etc.

 

2. Interne Ressourcen & Betriebskosten

Neben der Anschaffung muss man unbedingt auch die Kosten für den laufenden Betrieb und Wartung kalkulieren. Im Falle einer On-Premise-Lösung benötigt man Personal, welches nicht nur mit den einzelnen Hardwarekomponenten vertraut ist, sondern auch Expertise in den Bereichen Software- und Betriebssystemen, Datensicherung und Backups für Desaster-Fälle, Updates, usw. mit sich bringt. Entweder steigen die Personalkosten durch gut bezahlte IT-Spezialisten, oder man setzt auf externe Dienstleister, die ebenfalls Kosten verursachen. In diesem Fall ist auch das Thema Verfügbarkeit von Relevanz (24×7 vs. 10×5).

 

Neben Personalkosten und internen Ressourcen dürfen auch die Betriebskosten für den laufenden Betrieb einer On-Premise-Lösung nicht vernachlässigt werden. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Stromkosten
  • Kosten für Kühlungssystem
  • Netzwerkkosten
  • Kosten für (externe) Standflächen
  • Hostingkosten für externes Rechenzentrum/Datacenter
  • Zusatzkosten für etwaige Notfälle

 

Kosten für eine Cloud-Lösungen sind vertraglich geregelt und daher gut planbar. Darüber hinaus kümmert sich der Anbieter um den laufenden Betrieb, notwendige Updates, Backups und dergleichen.

 

3. Eine Frage der Leistung

Leistung hat ihren Preis, deshalb ist es im Rahmen eines Kostenvergleichs auch wichtig, die benötigte Rechenleistung zu berücksichtigen. Die Nutzung diverser Applikationen unterliegt (saisonalen) Schwankungen, auf die man gut vorbereitet sein möchte. On-Premise-Lösungen müssen daher auf Spitzenleistungen ausgelegt sein, um im Falle von Peaks Ausfälle zu vermeiden. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings, dass die eigene Hard- und Software über die meiste Zeit überdimensioniert und im Verhältnis zur effektiven Nutzung daher relativ teuer ist.

Im Vergleich dazu können Ressourcen in der Cloud kurzfristig zur Verfügung gestellt und zu einem späteren Zeitpunkt wieder entfernt werden.

 

Ein Rechenbeispiel

Nehmen wir an, eine Cloud-Lösung für ein Unternehmen mit 10.000 Mitarbeitern kostet 5 Euro pro Monat und Nutzer – also jährliche Gebühren von 600.000 Euro. Stellt man diesen Kosten die Ausgaben einer On-Premise-Lösung von 800.000 Euro (für die einmalige Investition in Hard- und Software) sowie jährliche Software-Lizenzgebühren von 100.000 Euro gegenüber, ergibt sich folgender Gesamtkosten-Vergleich:

  • Jahr 1: 600.000 Euro Cloud vs. 900.000 Euro On-Premise
  • Jahr 2: 1.200.000 Euro Cloud vs. 1.000.000 Euro On-Premise
  • Jahr 3: 1.800.000 Euro Cloud vs. 1.100.000 Euro On-Premise

 

Auf den ersten Blick wirkt die Cloud teuer. Was in unserem Rechenbeispiel allerdings noch fehlt, sind die oben erwähnten Nebenkosten für den laufenden Betrieb einer On-Premise-Lösung. Ergänzt man die laufenden Ausgaben in unsere Rechnung mit den Kosten für 2,5 Vollzeitkräften und diversen Betriebskosten, ergibt sich ein anderes Bild:

  • Jahr 1: 600.000 Euro Cloud vs. 1.300.000 Euro On-Premise
  • Jahr 2: 1.200.000 Euro Cloud vs. 1.800.000 Euro On-Premise
  • Jahr 3: 1.800.000 Euro Cloud vs. 2.200.000 Euro On-Premise

 

Inkludiert man alle versteckten Kosten und stellt eine transparente Vergleichsrechnung an, erweist sich die Cloud-Lösung schon in kürzester Zeit als die Kostengünstigere Variante.

 

Fazit

Cloud-Lösungen sind nicht immer zwingend die günstigere Lösung, aber um das seriös beurteilen zu können, muss man die IT-Kosten, die beim On-Premise-Betrieb anfallen, transparent machen und in der Vergleichsrechnung fair berücksichtigen. Spätestens beim Leistungsvergleich muss man aber sagen, dass Cloud-Lösungen Anwendungen in völlig neuer Qualität erlauben, die On-Premise gar nicht möglich wären. Auf jeden Fall ist vorab unbedingt eine detaillierte Nutzenanalyse anzustellen, um die genauen Bedürfnisse eines Unternehmens erfassen und bewerten zu können, um in weiterer Folge die richtigen Lösungen anzubieten.

 

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This post was written by Michael Kolm