ITSDONE Talk #3: Dr. Valerie Höllinger

ITSDONE Talk #3: Dr. Valerie Höllinger, Beraterin & AR-Mitglied der Bundestheater

Mai 29, 2020 8:00 am | Veröffentlicht von

ITSDONE Talk ist ein virtueller Roundtable mit Managern und anderen Opinion Leadern in Österreich über Wirtschaft, Modern Workplace und Konnektivität nach dem realwirtschaftlichen shut-down.

Die Wirtschaft dreht sich weiter, Österreich startet soeben aus dem Sleep Modus zurück in einen neuen Arbeitsalltag. Aus unterschiedlichen Blickwinkeln halten wir fest, wie modernes Arbeiten hierzulande funktioniert. Heute antwortet Dr. Valerie Höllinger, MBA, MBL:

 

“Neue Technologien sind essentielle Treiber und Enabler!” 

Dr. Höllinger arbeitet als Strategieberaterin vorwiegend zum Thema Digitalisierung, als Interim-Managerin in den Bereichen Gesundheit, Wissenschaft und Kultur. Sie ist stv. Aufsichtsratsvorsitzende der Bundestheater in Wien, davor war sie u.a. CEO des bfi in Wien. 

 

Wie schaffen Sie persönlich den Wiedereinstieg? 

Statt unerwartet Zuhause Urlaub zu machen – Unternehmen stoppen üblicherweise krisenbedingt zuerst Projekte – fragen gerade jetzt viele Unternehmen, wie sie mit der Situation und den wirtschaftlichen Folgen sowie den neuen Modalitäten bedingt durch die Digitalisierung umgehen sollen. Es geht dabei auch darum, auf welchen neuen Wegen die wesentlichen Ziele bzw. der Daseinszweck einer Organisation noch erreicht werden können.

Es haben sich dadurch Projekte inhaltlich und in der Form der Zusammenarbeit gewandelt. Meine Kunden setzen mit Blick auf Corona nun vermehrt auf Videokonferenzen und virtuelle Zusammenarbeit statt physischer Meetings.

Spannenderweise konnte ich trotz Shutdown einen neuen Kunden gewinnen – getrieben durch die Anforderungen und Möglichkeiten der Digitalisierung hat sich die Geschäftsführung entschieden, ein umfassendes Modernisierungs- und Restrukturierungsprogramm des Unternehmens durchzuführen. Ein persönliches Kennenlernen findet nun erstmals sechs Wochen nach Beginn der virtuellen Zusammenarbeit statt.

Mein Wiedereinstieg ist also ein sanfter, ich freue mich Menschen wieder “face-to-face” begegnen zu können.

 

Wie beobachten Sie die Rückkehr an den Arbeitsplatz in Ihrem beruflichen Umfeld, also z.B. der Staatsoper oder anderen Bundestheatern? 

Die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ab September ist in den Kulturbetrieben besonders herausfordernd und der gesetzlich mögliche Rahmen war hierfür bis vor kurzem noch sehr vage. Die Vorlaufzeiten sind enorm. Damit eine Oper im September aufgeführt werden kann, muss davor mindestens drei Monate geprobt werden, also tatsächlich besser heute als morgen.

Die Künstler, Sänger, Tänzer, Musiker gleichermaßen, waren bis jetzt in Kurzarbeit. Ob eine Öffnung der Bundestheater “regulär” im Herbst möglich sein wird, war unter Gesundheits- und Rentabilitätsüberlegungen heraus einfach unsicher. Der Druck auf die Entscheidungsträger war dadurch enorm und die Situation auch mit Wiederkehr aller Künstler ist weiter angespannt. In den Sommermonaten ist ja noch dazu eigentlich spielfreie Zeit.

Als “Wegbegleiterin” von Menschen unterstreiche ich aber gerade jetzt gerne die Tatsache, dass eine Krise langfristig nicht nur negativ ist. Alle hatten jetzt eben auch die Chance innezuhalten und sich für die Zukunft neu zu positionieren.

 

Welche Möglichkeiten bietet die Digitalisierung in Ihrer täglichen Arbeit, wo ziehen Sie die Grenze zwischen online und offline?  

Digitale Medien erleichtern bzw. machen gerade jetzt mein Business erst möglich. 

Ich arbeite seit vielen Jahren in weiten Teilen auch digital. Die einfache Kommunikation mit meinen Kunden, der jederzeit mögliche Zugriff auf Daten und Informationen und die Flexibilität meines Arbeitsplatzes sind für mich nicht mehr wegzudenken.

Dennoch: persönlicher Kontakt und Handy- sowie Laptopfreie Zeiten sind genauso wichtig, um andere Impulse bekommen und geben zu können.

 

Wie machen Sie (für sich) die Krise zur Chance? Welche Rolle spielt Technologie dabei?

Die Ausrichtung, meine Erfahrung als ehemalige CEO in den Bereichen Strategie – Finanz – Digitalisierung – Transformation – Kommunikation als Unternehmensberaterin und Interim Managerin anzubieten, hat sich in den letzten Wochen als großer Vorteil erwiesen.

Auch wenn die Krise schwer auf den Betrieben lastet, werden oftmals alte Strategien und Prozesse neu überdacht.

Gerade jetzt sind auch Liquiditäts- und Überbrückungspläne sowie die dazugehörigen konkreten Maßnahmen zur Liquiditätssicherung gefragt.

Die neuen Technologien sind für nahezu alle derzeit relevanten Themen essentielle Treiber und Enabler.

 

Ganz kurz: Welches technische Gimmick ist für Sie derzeit unverzichtbar?

Smartphone, ich kann damit nahezu mein gesamtes (digitales) Leben managen. 

 

Fotocredit: Manuel Ortlechner 

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This post was written by Jacqueline Windisch

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